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Peter Lilienthals „David“ Filmvorführung in Erinnerung an den 9. November 1938

7. November 2020 19.30 Uhr Schloss Schwante

In Gedenken an die Novemberprogromme 1938, die ihren schrecklichen Höhepunkt in der Nacht vom 9./10. November 1938 hatten: es brannten Synagogen und jüdsche Geschäfte, Einrichtungen, Häuser in ganz Deutschland, zeigt Joachim von Vietinghoff den Film „David“. Regie führte 1979 Peter Lilienthal, gedreht wurde u.a. auch auf dem Territorium der DDR, in Schwante, im heutigen Brandenburg.

2021: Filmreihe „Ansteckkino“ im Club der Polnischen Versager Berlin-Mitte

Neu erschienen: Im August 2020 beim Berliner Neofelis Verlag.

Die Pandemiebegleitende Film- und Gesprächsreihe beginnend im Club der Polnischen Versager, Ackerstraße 158 in Berlin-Mitte wandert dann in andere Locations weiter. Auf Grundlage des Buches des Wiener Filmtheoretikers Drehli Robnik zeigen wir ein Programm mit 12 Filmes aus dem Genre Pandemie-Spielfilm. Die Vorführungen werden durch KünstlerInnen, FilmemacherInnen, WissenschaftlerInnen u.v.a.m. begleitet, moderiert und durch eigene Werke, Vorträge, Performances in Bezug zum (Post-)Pandemiegeschehen gestellt.

 

trotz Corona – Open Air auf Schloss Schwante: Gartenkunst im Spielfilm

Peter Greenaways Klassiker der Gartenkunst-Filme „Der Kontrakt des Zeichners“

FILMREIHEN AN BESONDEREN ORTEN
2020 Schloss Schwante „GÄRTEN IM FILM X FILM IM GARTEN“
Der Garten spielt im Kino eine besondere Rolle, was spricht also dagegen das KINO (den FILM) in den GARTEN zu holen – in den Garten von Schwante. Unter dem Titel GARTENKUNST IM SPIELFILM, angelehnt an den gleichlautenden Buchtitel von Nina Gerlach, präsentierte Joachim von Vietinghoff erstmals 2016 die Filmreihe, aus der im Jahr 2020 coronabedingt nur Ausschnitte gezeigt werden können. Ursprünglich war die Filmreihe von Mai bis September geplant.
Zum Auftakt am 11. Juli 2020 wird Stephen Frears 1988 entstandene Verfilmung GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN zu sehen sein. Der für sieben Oskars nominierte Film erhielt die Trophäe schließlich für Drehbuch, Kostüm und Szenenbild. Der dem Film zugrundeliegende Roman von Choderlos De Laclos – eigentlich ein französischer Offizier, der nur durch dieses eine Werk der Nachwelt im Gedächtnis bleibt – entstand 1782 wenige Jahre vor der Französischen Revolution und beschreibt präzise die Arroganz und Langeweile des Ancien Regime. In absoluter Starbesetzung mit Glenn Close als alternde Marquise und Strippenzieherin, John Malkovic als eiskaltem Verführer Valmont, Uma Thurman als naivem Ding und Michelle Pfeiffer als Opfer der Intrige, führt Frears diese erotisierten Boshaftigkeiten auf cineastischem Höchstniveau vor. Großes Schaupielerkino!
Interessant bleibt aus heutiger Sicht warum im selben Jahr 1988 eine weitere Verfilmung des Stoffes entsteht. „Valmont“ von Milos Forman war zwar kein ähnlicher Erfolg beschert, doch setzt auch dieser die Exzesse einer moralisch abgewirtschaftete Klasse in großes Szenenbild von historischen Schlössern und Parkanlagen. GEFÄHRLICHE LIEBSCHAFTEN wurde größtenteils auf Schloss Maison Lafitte bei Paris gedreht.
Der vielseitige Künstler und Filmemacher Peter Greenaway beschäftigt sich in DER KONTRAKT DES ZEICHNERS (1982) mit einer umfangreichen Gartenanlage in der englischen Grafschaft Kent. Der Landschaftsmaler Nelville erhält den Auftrag das Haus einer Familie typisch englischen Landadels zu zeichnen. Greenaway macht daraus ein großes und amüsantes Whodunit. Die Zeichnungen stammen vom Regisseur selbst, der seine Karriere zunächst an der Kunsthochschule startete. Überreich an filmischem Subtext, Verweisen und Metaphern bleibt der Film häufig rätselhaft und bis heute ein cineastisches Meisterwerk zwischen Kino – Kunst und Garten.

Filmreihe zum Jubiläum Mauerfall 4. – 9. November 2019 in Berlin

Mit der 6-teilige Filmreihe unter dem Titel „Völker dieser Welt, schaut auf diese Stadt“ wird ein weiter (film-)historischer Bogen gespannt, um die Ereignisse 1989/90 in der Gegenwart verständlich zu machen. Thomas Braschs Kinofilm ENGEL AUS EISEN, der in der Nachkriegszeit spielt, korrespondiert dabei mit Jean-Luc Godards essayistischer Beobachtung direkt nach dem Mauerfall, ALLEMANGE NEUF ZERO (Deutschland im Jahre Neun/Neu Null). Billy Wilders Kultkomödie EINS, ZWEI, DREI – deren hellsichtige (doppelte) Systemkritik nie an Aktualität einzubüssen scheint – wird am einstigen Schauplatz, dem Brandenburger Tor, aufgeführt. In Hellmuth Costards neu digitalisiertem Filmexperiment ECHTZEIT wird die Wirklichkeit der deutschen 80er Jahre durch die Pixelbrille der aufkommenden Digitalisierung gesehen, die unsere Wahrnehmung politischer und privater Ereignisse neu definierten sollte. GORILLA BATHES AT NOON – die von Vietinghoff aus dem Jahre 1993 in Regie von Dusan Makawejew ist dem Genre der grotesken Tragikkomödie zuzurechnen. Ein russischer Offizier findet sich nach schwerer Krankheit im wiedervereinigten Deutschland „zurückgelassen“ von seiner Armee wieder. Ann-Katrin Hendel schreibt mit FAMILIE BRASCH eine tragische, (ost-)deutsche Familiensaga des 20. Jahrhunderts in den Rahmen der Geschichte des wiedervereinigten Landes ein.

Die sehr unterschiedliche Auswahl an Genres vom Spielfilm, über die Komödie, dem experimentellen Film, der Groteske und dem narrativem Dokumentarfilm bis zum Essayfilm will den nunmehr historischen Wendepunkt in der neueren deutschen Geschichte vor Augen führen, sichtbar machen. Einer formatierten Erinnerungskultur, wie sie sich häufig einstellt, wenn Festivalisierung gewünscht wird, werden die Offene Enden der Werke als Ansatzpunkt zum Weiterdenken mitgegeben.

Als Gäste Schauspieler und Autor Hanns Zischler, Schriftsteller Peter Richter, Filmwissenschaftler Paul Werner Wagner, Marion Brasch sowie Regisseur und Autor Jürgen Ebert.

100 Jahre Bauhaus – Filmreihe

Hans Richter Filmstudie 1927

FILMREIHE Bauhaus im Film

Im Zentrum stehen die Wechselwirkungen zwischen Kino, Kunst und Alltag sowie die Impulse und Diskurse, die vom Kino der Weimarer Republik ausgingen und bis heute nachwirken: Mode und Sport, Mobilität und urbanes Leben, Genderfragen und die Popularität der Psychoanalyse, aber auch die gesellschaftlichen Auswirkungen des Ersten Weltkrieges spiegeln sich im Kino der Moderne.

Filmreihe zur Ausstellung Strawalde – Jürgen Böttcher

Kunst trifft Kino im Sommer 2018 auf Schloss Sacrow

Plakat der Ausstellung 2018

Im MUSEUM FÜR EINEN SOMMER zeigt ars sacrow e.V. das bildkünstlerische und filmische Werk einer der großen Künstlerpersönlichkeiten der ehemaligen DDR und des geeinten Deutschlands. Als Doppelbegabung stellen wir den Maler, Grafiker und Zeichner Strawalde und in Personalunion Filmemacher Jürgen Böttcher vor.
KUNST TRIFFT KINO X KINO TRIFFT KUNST: dank der räumlichen Gegebenheiten, im Spiegelsaal des Schlosses befindet sich ein Kino, können erstmals beide kreativen Seiten in Beziehung zueinander gesetzt werden.
Unter dem Titel DER KREIS SCHLIESST SICH kehrt der 1931 in der Lausitz Geborene an die Potsdamer Havellandschaft zurück, wo er zwischen 1955 und 1960 an der Filmhochschule Babelsberg studierte. Der Titel folgt einem Zitat Strawalde/Böttchers bei seinem ersten Besuch in Sacrow, das er als Filmstudent als „unerreichbar“ wahrnahm. Nun – 58 Jahre später – ist ihm hier eine Ausstellung gewidmet.
Strawalde wird einen Mal-Workshop für die jüngsten Ausstellungsbesucher geben und im Gespräch mit Sacrows Gärtner Uwe Held seine persönliche Beziehung zur Natur erläutern. Durch sein gesamtes malerisches und grafisches Werk zieht sich eine Spur der Naturbeobachtung und des Respektes vor ihr.
Im Rahmen der Ausstellung läuft die Filmreihe KUNST TRIFFT KINO X KINO TRIFFT KUNST, zusammengestellt durch Hans Helmut Prinzler, dem langjährigen Direktor der Stiftung Kinemathek. und dem Filmproduzenten Joachim von Vietinghoff. Der Fokus liegt auf Filmen, die Jürgen Böttcher beeinflusst haben, und solchen, die künstlerisches Schaffen sowie die Künstlerpersönlichkeit beleuchten.
Es wird in zwei Räumen die Schlossgeschichte bis und nach 1945 präsentiert. Sacrow nimmt am 9. September 2018 am deutschlandweiten TAG DES OFFENEN DENKMALS teil. Der Eintritt ist an diesem Tag für alle frei.